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Aktualisiert am: 02.09.2010
St. Veit
St. Veit/Glan
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19.04.2010

Sonnenstadt St. Veit - Größtes Sonnenkraftwerk Österreichs wird in St. Veit gebaut

In St. Veit an der Glan entsteht das größte Photovoltaik-Sonnenkraftwerk Österreichs, mit einer Leistung von 1.500 kWp und einer Jahreserzeugung von rund 1,5 Millionen Kilowattstunden.

 

6,4 Millionen Euro werden in dieses Pilotprojekt investiert. Die ‘Sonnenstadt St. Veit’ wird von der SKW Sonnenkraftwerk GmbH, der Kelag und der Stadtgemeinde St. Veit an der Glan umgesetzt und vom Land Kärnten unterstützt.

 

Sonnenstadt PK

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vl.: LH Gerhard Dörfler, Peter Prasser (SKW Sonnenkraftwerk GmbH), Bgm. Gerhard Mock,  Dr. Albert Kreiner (Landesregierung) und Vorstandssprecher Hermann Egger (Kelag)

Unter dem Symbol der Sonne werden Impulsprojekte umgesetzt, die den neuesten Stand der Technik, aber auch Zukunftsentwicklungen im Bereich erneuerbare Energie widerspiegeln.

 

Das Projekt wird erneuerbare Energie stärker in Kärnten verankern und in das tägliche Leben integrieren. Es ist österreichweit vorbildlich für weitere Kärntner, Österreichische und Europäische Städte.

 

"In Kärnten wird mit der Schaffung des größten Photovoltaik-Sonnenkraftwerkes Österreichs in St. Veit eine neue Dimension der Energiegewinnung geschaffen. Mit der Umsetzung dieses Sonnenkraftwerkes setzen wir neue Maßstäbe in Sachen alternativer Energieformen", so LH Gerhard Dörfler, der die Errichtung des Photovoltaik-Sonnenkraftwerkes über das Lebensland Kärnten unterstützt.

 

“Es macht Spaß, Technologie, Mobilität und Umweltschutz für die Menschen in Kärnten umzusetzen und dabei österreichweit die Vorreiterrolle einzunehmen”, freut sich Dr. Albert Kreiner, Abteilung 7 - Wirtschaftsrecht und Infrastruktur des Landes - über die Verwirklichung des Projektes ‘Sonnenstadt St. Veit’.

 

Zu einer Zeit, als erneuerbare Energie als Begriff noch nicht existierte, betrieb die Stadt St. Veit bereits eines der effizientesten und - in Bezug auf die Bevölkerungszahl - größten Fernwärmenetze Europas, betrieben mit erneuerbarer Energie. Und auch sonst baut die ‘Sonnenstadt St. Veit’ auf einer soliden Basis auf: bereits seit elf Jahren besteht  in St. Veit/Glan ein Industriepark mit dem Schwerpunkt erneuerbare Energie, Österreichs größte Biogasanlage hat ihren Sitz in St. Veit/Glan, und es existiert ein hoher Anteil an Sonnenkraftwerken in privaten Haushalten und bei Unternehmen.

 

Die 'Sonnenstadt St. Veit' gliedert sich in drei Teilbereiche:

 

  • Die Kelag errichtet das ‘Sonnenkraftwerk Innenstadt’ - Leistung ca. 450 kWp
  • Die SKW Sonnenkraftwerk GmbH, mit Peter Prasser und Meinhard Aicher, errichtet das ‘Sonnenkraftwerk auf Freiflächen bei Untermühlbach’ - Leistung ca. 1000 kWp
  • Die Stadtgemeinde St. Veit/Glan errichtet ‘Informationsstellen & Exponate in der Innenstadt’

  

Sonnenkraftwerk Innenstadt

 

An vier Standorten in der Innenstadt installiert die Kelag insgesamt 3.500 Quadratmeter Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von 450 kWp. Die Standorte sind die Betriebsstelle der Kelag Netz GmbH, die Jaques Lemans Sportarena, die Tennishalle Kölnhof und die Tennishalle Hallenbad. "Wir wollen hier verschiedene Zell- und Modultechniken testen, ebenso verschiedene Anordnungen und Orientierungen der Module", sagt Kelag-Vorstandssprecher Hermann Egger. "Testen werden wir auch die Funktion von verschiedenen Wechselrichtern und die notwendige Messtechnik."

Zusätzlich wird ein Monitoringkonzept umgesetzt, welches die Daten der Kraftwerke aufzeichnet und so die Basis für langjährige Forschungstätigkeit und Analysen liefert. Im Hinblick auf den weiteren Ausbau der PV Anlagen (Verweis Bürgerkraftwerk und weitere Schritte) werden eine vertiefende Standortanalyse und Solarpotenzialberechung für das gesamte Gemeindegebiet von St. Veit/Glan durchgeführt.

 

 

Sonnenkraftwerk auf Freiflächen bei Untermühlbach

 

Außerhalb der Kernstadt, direkt an der S37 Klagenfurter Schnellstraße bei Untermühlbach wird die SKW Sonnenkraftwerk GmbH 7.300 Quadratmeter Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von 1.000 kWp installieren. Das Kraftwerk ist ein optimales Beispiel für die Sonnenenergienutzung in dünner besiedeltem Gebiet. Auch im Bereich des im freien Geländes montierten Sonnenkraftwerkes werden verschiedene Modultechniken  sowie Verankerungssysteme getestet.

Das Kraftwerk wird ebenfalls in das Monitoringsystem integriert, um Auskünfte über Wirkungsgrad - im Unterschied zur städtischen Nutzung - und Langzeitverhalten geben zu können. “Es muss uns gelingen, mit vereinten Kräften aus Wirtschaft, Politik und dem großen Interesse der Bevölkerung Kärnten in der Energieversorgung noch unabhängiger zu machen”, betont Peter Prasser von der SKW Sonnenkraftwerk GmbH.

Alternative Mobilität kann durch das Sonnenkraftwerk zu einem großen Teil durch lokal gewonnene erneuerbare Energie erzeugt werden.

 

 

Informationsstellen & Exponate in der Innenstadt

 

Um den Menschen die Photovoltaik näher zu bringen und um die Sensibilität für diese umweltfreundliche Stromerzeugung zu wecken, wird die Stadtgemeinde in der Innenstadt mehrere Schaupunkte errichten.

 

• Auf dem Hauptplatz wird eine Informations- und Verkaufsstelle eröffnet, wo sich die Bevölkerung über alternative Energieformen informieren und gebrandete Sonnenstadt-Artikel erwerben kann.

 

• Zusätzlich soll am Hauptplatz eine sogenannte Weltzustandsmaschine errichtet werden, die Auskunft über Energieverbrauch und -verhalten der Stadt und darüber hinaus geben wird.

 

• Auch wird St. Veit/Glan eine eigene Sonne über den Dächern erhalten, welche das weithin sichtbare Symbol für die Sonnenstadt sein wird.

 

• Eine Lichtgasse, an der die neueste solare Beleuchtungstechnik installiert wird, soll die Nacht zum Tage machen.

 

• Der Sonnenstrahl wird Interessenten auf unterschiedliche Weise durch die Sonnenstadt St. Veit führen (mittels Schildern, Markierungen, Internet, Prospekten).

 

Diese Exponate, die den BürgerInnen und Gästen das Thema Photovoltaik näher bringen sollen, tragen den Übertitel ‘Vorfreude’ und werden in Zusammenarbeit mit der Wiener Kreativschmiede Artesian GmbH und deren Geschäftsführer Christian Bauer realisiert.

 

“Die zwei Kraftwerke, der Info-Shop und die Exponate in der Innenstadt zielen auf eine Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema erneuerbare Energie ab”, hebt Bürgermeister Gerhard Mock die Wichtigkeit des Projektes hervor. “Neben der Energiegewinnung spielt gerade auch diese Sensibilisierung bei der Energienutzung, Wissensvermittlung rund um erneuerbare Energie und alternative Mobilität eine entscheidende Rolle. Darüber hinaus erfolgt ein gezielter Aufbau von Know-How im industriellen und gewerblichen Bereich durch Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.”

 

In Zusammenarbeit mit dem E-Mobilitätsprojekt des Landes Kärnten ‘Lebensland Kärnten’ wird St. Veit/Glan mit einer dichten und

alltagstauglichen E-Mobilitätsinfrastruktur ausgestattet. Es werden fixe Verleihpunkte für alle möglichen Elektroleichtfahrzeuge (Fahrräder, Mopeds, Segways etc.) installiert und PV-Tankstellen aufgestellt. "Kärnten hat bereits in den vergangenen Jahren auf die Schaffung der nötigen Infrastruktur für elektromobile Antriebsformen gesetzt. Mit der Errichtung des Photovoltaik-Sonnenkraftwerkes können wir nun diese elektromobil angetriebenen Fortbewegungsmittel auch mit aus Sonnenkraft gewonnener Energie bewegungsfähig machen. Die Jahreserzeugung von rund 1,5 Millionen Kilowattstunden kann für die Bewegung von 700 Elektroautos oder 500 Elektroautos sowie 500 E-Scooter eingesetzt werden. Dies ist der richtige Schritt in eine elektromobile Zukunft", so LH Gerhard Dörfler.

 

 

Umsetzung und weitere Schritte

 

Die Installierung der Kraftwerke sowie die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen zur Visualisierung des Themas erneuerbare Energie werden in den nächsten Wochen starten. Die Realisierung der ersten Phase des Projektes soll bis zum Ende des Jahres erfolgt sein.

 

Mit der Errichtung der vier Standorte des Kraftwerkes Innenstadt, des Kraftwerkes auf Freiflächen bei Untermühlbach sowie der Exponate in der Innenstadt ist das Projekt ‘Sonnenstadt St. Veit’ noch lange nicht abgeschlossen.

 

Als Erweiterung soll jede Bürgerin/jeder Bürger die Möglichkeit bekommen, ihr/sein eigenes Sonnenkraftwerk zu errichten. Dadurch werden im privaten Bereich Anreize geschaffen, auf Alternativenergie umzusteigen, und die Idee einer nachhaltigen Energiegewinnung wird auf private Haushalte transferiert.

 

Weitere Umsetzungsmaßnahmen sind geplant: Erweiterung des Sonnenkraftwerkes Innenstadt durch zusätzliche Dachflächen, Solar Carports, Solarspielplatz für Kinder, die Errichtung eines Forschungszentrums und einer Solar Academy (Aus- und Weiterbildungen im Bereich erneuerbare Energie). Das geplante Forschungszentrum soll im Gegensatz zu bestehenden Forschungseinrichtungen den Fokus der Tätigkeiten ausschließlich auf den Bereich der Solarthermie richten. Hinter dem Titel Solar Academy verbirgt sich eine zweiteilige Aus- und Weiterbildungsakademie - einerseits die Schulung von Professionisten und andererseits von Privaten in Form von Lehrgängen. In einer ersten Phase soll das Angebot beider Richtungen physisch auf mehrere Standorte aufgeteilt sein (Bsp.: Kelag Lehrlingsakademie, HTL's, WIFI, etc.). In weiterer Folge könnte bei Realisierung des Forschungszentrums auch ein physischer Standort etabliert werden. Ziel ist es, die Angebote nicht nur regional zu beschränken, sondern das Leistungsangebot auch überregional zu vermarkten.

 

 

 

"St. Veit hat eine Vision: im Jahr 2020 erreicht die Stadt Energieautarkie durch erneuerbare Energie", blickt Bürgermeister Gerhard Mock zuversichtlich in die Zukunft. "Alternative Energieformen haben als Querschnittsmaterie alle Wirtschafts- und Lebensbereiche durchdrungen."

 

Kelag-Vorstandssprecher Hermann Egger:"Unser Unternehmen beschäftigt sich seit rund 20 Jahren mit der Photovoltaik. Wir haben damals an unserer Zentrale in Klagenfurt eine Photovoltaik-Fassade installiert, außerdem ist die Photovoltaik Teil der Ausbildung für unsere Elektroinstallationstechnikerlehrlinge. Auf dem Dach unserer Lehrlingsschule arbeitet eine Photovoltaik-Anlage, die von den Lehrlingen jedes Jahr erweitert wird."

 

LH Gerhard Dörfler: "Das Bundesland Kärnten ist Vorreiter in Sachen elektromobiler Zukunft. Die Initiative Lebensland ist dabei führend an der Weiterentwicklung neuester Technologie sowie unterschiedlicher E-Mobilitäts-Angebote beteiligt. Ein aktuelles Beispiel ist das vor wenigen Wochen eigens von KTM für Kärnten produzierte E-Bike, das es in einer limitierten Auflage im gut sortierten Fahrradhandel in Kärnten zu kaufen gibt. Um die Verbreitung von E-Beförderungsmitteln zu unterstützen, wird in Kärnten sowohl der Ankauf eines Elektroscooters als auch jener eines E-Bikes gefördert. Durch unsere Innovationen sind wir anderen Bundesländern bei alternativer, elektromobiler Mobilität weit voraus. Unser Ziel ist es, bei Elektroautos mittelfristig einen Anteil von 20 Prozent zu erreichen."

 

“Die Kärntner Energielösung ‘Sonnenstadt St. Veit’ wird Neugierde wecken”, ist Peter Prasser, Mitinitiator der Solarinitiative in St. Veit/Glan, überzeugt, “Mit einer Fülle von Aktivitäten und Attraktivitäten soll ein Erlebnis geschaffen werden, das BürgerInnen wie BesucherInnen fasziniert und gleichzeitig informiert. Die Stadt St. Veit hat eine ideale Ausgangsbasis dafür, ein europäisches Solarzentrum auf wirtschaftlicher und touristischer Grundlage zu werden.”

 

“Kärnten macht mit der Initiative ‘Sonnenstadt St. Veit’ einen weiteren Schritt in Richtung Lebensland”, meint Dr. Albert Kreiner voller Engagement.

INFOS

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